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Kamera als Meldelinie an der Einbruchmeldeanlage: Wege und Grenzen

Die meisten Errichter kaufen Kameras und Alarmzentralen bei verschiedenen Häusern und planen sie als getrennte Gewerke. Dabei kann eine moderne Kamera ihr Analyseereignis an eine Einbruchmeldeanlage übergeben, und die Zentrale kann es dort wie eine Meldergruppe führen. Dieser Beitrag zeigt die zwei technischen Wege, nennt die Zentralen, bei denen es funktioniert, und benennt die normativen Grenzen, die dabei häufig übergangen werden.

Warum das überhaupt interessant ist

Ein klassischer Außenbereich wird mit Bewegungsmeldern gesichert. Sie lösen bei Tieren, Ästen im Wind und Wärmeschlieren aus, und jeder dieser Alarme kostet Sie oder Ihren Kunden Zeit. Eine Kamera mit Objektklassifizierung unterscheidet dagegen Personen und Fahrzeuge von allem anderen und meldet erst dann.

Drei Punkte machen den Unterschied in der Praxis:

Weg eins: über das Netzwerk

Die Kamera setzt bei einem Analyseereignis einen HTTP-Aufruf ab. Die Zentrale nimmt ihn entgegen und führt ihn als Linie. Kein zusätzliches Kabel, kein belegter Melderkontakt, und die Kamera kann verschiedene Ereignisse an verschiedene Linien schicken: Linienüberschreitung auf die eine, Bereichseindringen auf die andere.

Voraussetzung ist eine Zentrale, die HTTP-Aufrufe als Ereignisquelle annimmt. Aus unserem Sortiment können das Ksenia lares 4.0 und SATEL BE WAVE. Jablotron 100+ kann es nicht, dort bleibt nur der zweite Weg.

Auf Kameraseite ist die Angabe im Datenblatt als HTTP-Befehl oder CGI-Schnittstelle geführt. In unserem lunaIP-Sortiment beherrschen das 50 von 59 Kameras.

Weg zwei: über den Alarmausgang

Die Kamera schaltet bei einem Ereignis einen Relaisausgang, der auf eine Meldergruppe der Zentrale verdrahtet ist. Das funktioniert mit jeder Zentrale, die einen Meldereingang frei hat, also auch mit Jablotron und mit älteren Anlagen.

Der Preis dafür sind Leitung und Eingang. Und weil ein Kontakt nur offen oder geschlossen sein kann, geht die Unterscheidung verloren: Welches Ereignis ausgelöst hat, weiß die Zentrale nicht mehr, es sei denn, Sie verdrahten mehrere Ausgänge auf mehrere Gruppen. In unserem Sortiment haben 40 von 59 Kameras mindestens einen Alarmausgang.

Beide Wege gibt es in beide Richtungen. Die Kamera meldet nicht nur, die Zentrale kann sie auch steuern. Das klingt nach einem Detail und ist in Wirklichkeit der Punkt, an dem aus einer Videoanlage und einer Alarmanlage ein System wird. Warum, steht im nächsten Abschnitt.

Der Fall, für den es sich am meisten lohnt: die Außenhaut

Im Innenbereich hat die Einbruchmeldetechnik gute Antworten. Draußen wird es schwierig, und zwar aus einem Grund, den jeder Errichter kennt: Ein Bewegungsmelder im Freien unterscheidet den Einbrecher nicht von der Katze, dem Ast im Wind oder der aufsteigenden Wärme über dem Hof. Wer trotzdem scharf schalten will, landet bei Zaundetektion oder Lichtschranken, und beides ist teuer und pflegeintensiv.

Eine Kamera mit Objektklassifizierung löst genau diese Aufgabe anders. Sie zieht eine Linie entlang der Grundstücksgrenze oder legt eine Fläche über den Hof und meldet, wenn ein Mensch darüber geht, nicht wenn sich irgendetwas bewegt. Im lunaIP-Sortiment beherrschen 51 von 59 Kameras Linienüberschreitung und Bereichseindringen, 47 unterscheiden zusätzlich Personen von Fahrzeugen.

Warum der Netzweg draußen der bessere ist

Für den Außenbereich zählt ein Punkt besonders, der drinnen nebensächlich wirkt: Der HTTP-Weg kennt keine Leitungslänge. Eine Kamera am hinteren Ende des Geländes, auf dem Nebengebäude oder am Mast hängt ohnehin am Netz, oft über Lichtwellenleiter oder PoE-Strecke. Ihre Meldung erreicht die Zentrale ohne eine einzige zusätzlich verlegte Ader. Ein Relaisausgang bräuchte dagegen eine überwachte Meldeleitung bis zur Zentrale, und genau die ist auf dem Grundstück das Teure.

Der zweite Punkt ist die Gegenrichtung, und die wird beim Planen fast immer vergessen. Beide Wege gibt es in beide Richtungen: Die Kamera meldet an die Zentrale, und die Zentrale steuert die Kamera. Im lunaIP-Sortiment können 50 von 59 Kameras beides über das Netz, 40 zusätzlich über Alarmein- und -ausgänge für Zentralen ohne HTTP-Schnittstelle. Daraus ergeben sich zwei Dinge, die eine reine Meldung nicht kann:

Erkennen ist das eine, Vertreiben das andere

Der eigentliche Gewinn liegt nicht in der Meldung, sondern in dem, was zwischen Erkennung und Eintreffen der Polizei passiert. Ein Täter, der auf dem Grundstück steht und bemerkt, dass er gesehen wird, geht in aller Regel wieder. Dafür gibt es drei Mittel, die eine Kamera von sich aus mitbringen kann:

Damit wird aus der Videoanlage etwas, das nicht nur dokumentiert, sondern eingreift, und zwar in dem Moment, in dem es noch etwas nützt. Die Anbindung an die Einbruchmeldeanlage sorgt dafür, dass parallel jemand davon erfährt, statt dass die Abschreckung ins Leere läuft.

Wo die Grenze verläuft

Hier ist Genauigkeit wichtiger als Begeisterung, denn an dieser Stelle wird in Ausschreibungen und Gesprächen viel durcheinandergebracht.

Eine Kamera ist kein Melder im Sinne der DIN EN 50131. Sie ist nicht als Einbruchmelder klassifiziert, sie trägt keinen Grad, und sie ersetzt in einer normkonform aufgebauten Anlage keinen Melder. Was sie liefert, ist ein zusätzliches Ereignis auf einer frei programmierbaren Linie. Für eine Anlage, die nach DIN EN 50131 in einem bestimmten Grad errichtet wird, bleibt die geforderte Melderausstattung davon unberührt.

Bei einer VdS-Anlage gilt das erst recht: Was dort als Melder zählt, regeln die Richtlinien abschließend, und unsere Videokomponenten tragen keine VdS-Anerkennung. Die Unterscheidung der beiden Regelwerksebenen behandelt der Beitrag zu VdS-Klassen und EN-Graden.

Sinnvoll und üblich ist der Weg dort, wo er eine Ergänzung ist: als zusätzliche Meldung im Außenbereich, als Verifikation eines vorhandenen Melders, als Auslöser für Beleuchtung oder Durchsage. Nicht als Ersatz für die Meldertechnik, die das Schutzkonzept trägt.

Was in der Planung zu klären ist

Womit Sie es einrichten

Für die Verdrahtung und die Konfiguration liegen die Herstellerunterlagen bei uns bereit: die Anleitung zur Kamera als Meldelinie an Ksenia lares 4.0 und die Dokumentation der HTTP-Schnittstelle der lunaIP-Kameras. Beide sind für angemeldete Installationsbetriebe vollständig lesbar.

Welche Kamera die geforderte Erkennungsstufe an Ihrer Position schafft und zugleich den passenden Meldeweg mitbringt, filtert unsere Kameraauswahl in einem Durchgang.

Wir richten es auf Wunsch ein. IP-Adressen nach Ihrer Vorgabe, Kameras am Rekorder angelernt, Analysefunktionen konfiguriert und die Anbindung an Ihre Zentrale vorbereitet: Das können Sie bei der Bestellung als Dienstleistung mitbeauftragen, statt es auf der Baustelle zu machen. Sprechen Sie uns vorher an, Telefon 07136 9620430.

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